Mitgliederrundschreiben 15/28.11.2011

1. Allergen-Seminar in Brüssel
2. Sprachenregelung für die Sulfit-Angabe
3. Lebensmittel-Informationsverordnung
4. SO2 - Biozid-Richtlinie
5. Glühwein

Sehr geehrte Damen und Herren,

Zu 1: Allergen-Seminar in Brüssel

Am 23.November 2011 fand in Brüssel ein Seminar zur Allergen-Problematik statt. Im Beisein der Kommission, d.h. GD Sanco, GD AGRI, den involvierten deutschen Wissenschaftlern und den europäischen Verbänden wurde der Sachstand diskutiert.

Folgende Eckpunkte sind festzuhalten:

1. Die zuständige GD Sanco will zunächst weiter der Empfehlung der European Food-Safety- Administration (EFSA), d.h., eine Etikettierungs-Verpflichtung bei der Verwendung von Albumin, Kasein und Lysozym ab dem 30.06.2012, folgen. Kritisch wurde seitens der Wissenschaft vorgetragen, dass die EFSA nicht alle vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse gewürdigt habe. Deshalb soll Mitte Dezember nochmals ein Gespräch zwischen der Wissenschaft und der EFSA stattfinden, in dem die bisherigen Forschungsergebnisse nochmals erörtert werden sollen mit dem Ziel einer differenzierten Betrachtung gerade bei minimalen Rückständen.

2. Die GD AGRI hat in ihrer Stellungnahme eingeräumt, dass eine Etikettierung mit „enthält: ….“ keinen Sinn macht, wenn nach dem Verarbeitungsprozess keine Rückstände mehr nachweisbar sind. Zudem wurde die Möglichkeit eines Schwellenwertes diskutiert, erst bei dessen Überschreitung eine Etikettierungsverpflichtung ausgelöst werden soll (analog Natamyzin). Hierüber wollen sich GD AGRI und GD Sanco kurzfristig auseinandersetzen.

3. Wie eine mögliche Etikettierung in der Praxis auszusehen hat, ist in der Kommission selbst noch nicht geklärt. Der Hinweis z.B. „enthält: Albumin“ soll nicht hinreichend sein, da der  Konsument in der Regel nicht wisse, was Albumin ist. Hier wurde seitens der Verbände  deutlich darauf hingewiesen, dass die Unternehmen unter Zeitdruck stehen und zu den anstehenden Fragen schnellstmöglich Klarheit brauchen.

4. Die Möglichkeit, inwieweit grundsätzlich mit der Angabe „may contain traces of ….“ oder  „könnte Spuren von … enthalten“, zu etikettieren, wird von den Mitgliedstaaten offensichtlich nicht mitgetragen. Zudem sieht die horizontale Ratsverordnung diese Möglichkeiten nicht vor.

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