Gemeinsames Mitgliederrundschreiben 2/22.02.2012

Öko-Wein /Öko-Sekt

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir erwarten in den nächsten Tagen die Veröffentlichung der neuen „Ökowein-Verordnung“. Sie gilt ab dem 1.8.2012. Mit dieser Verordnung wird ein neues Kapitel 3 a) in die Durchführungsbestimmungen (VO 889/2008) der allgemeinen horizontalen Verordnung über die ökologische/biologische Produktion und Kennzeichnung von Lebensmittel eingeführt (VO 834/2007).
Die Vorschriften über den ökologischen Weinbau verweisen zunächst auf die Herstellungs- und Kennzeichnungsvorschriften des konventionellen Weinbaues und definieren diese als äußere Grenze. Im Übrigen wird die Verwendung bestimmter Produkte und Substanzen bei der Herstellung von ökologischem Wein in einem speziellen Annex vorgegeben. Diese Produkte/Substanzen müssen selbst aus ökologischer/biologischer Produktion stammen (soweit bereits erhältlich!).
Ein weiterer Annex bestimmt die verbotenen önologischen Verfahren und besondere Grenzwerte wie z.B. für Schwefel. So darf der maximale Schwefelgehalt bei Rotweinen mit einem Restzuckergehalt von < 2 gr/l 100 mg nicht übersteigen. Bei Rosé- und Weißweinen mit einem Restzuckergehalt < 2gr/l ist die Höchstgrenze bei 150 mg eingezogen. Für alle übrigen Weine, und damit auch Perlweine und Sekte, ist pauschal eine Reduktion von 30 mg gegenüber den konventionell zugelassenen Werten vorgegeben. Italien hat im Rahmen einer Aussprache beim Beratenden Ausschuss der Kommission eine weitere Reduktion dieser Werte bei der Überprüfung der Verordnung im Jahre 2015 gefordert.
 
Die Vorschriften gelten nur für Produkte der Weinmarktordnung, also nicht für den Bereich der aromatisierten alkoholischen Getränke der VO 1601/91. Im Hinblick auf die Übergangsvorschriften ist folgendes zu beachten:
1. Nach dem alten Recht bis zum 31.08.12 hergestellte Weine können bis zur Erschöpfung der Bestände weiter mit dem Hinweis „Wine made from organic grapes“ abverkauft werden.
2. Weine, die vor dem 31.08.2012 bereits nach den Vorgaben der neuen Öko/Bio-Verordnung hergestellt wurden, dürfen auch das Logo benutzen (Achtung: Hier sind erweitere Aufbewahrungsfristen für Geschäftspapiere zu beachten).
3. Die Etikettierung mit „Wine made from organic grapes“ ist nach dem 31.08.2012 im Übrigen nicht mehr zulässig.
4. Das EU-Bio-Logo kommt ab dem 1.08.2012 dafür zum Einsatz. Die Kommission veröffentlicht in den nächsten Tagen eine Druckvorlage.
5. Das Logo muss eine von der zuständigen Kontrollstelle vergebene Code-Nr. haben.
6. Nationale Logos dürfen zusätzlich weiter verwendet werden.
7. Im Hinblick auf Import-Produkte will die EU Äquivalenz-Regeln veröffentlichen. Drittlandsweine, die entsprechend den EU-Regeln hergestellt werden, was die EU entsprechend in einer Verordnung feststellt, dürfen auch das EU-Bio-Logo verwenden. Leider liegt uns der Text bislang nur in Englisch vor, den wir Ihnen aber gerne auf Anfrage übersenden.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Peter Müller
Geschäftsführer

 

 

 

 

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