Mitgliederrundschreiben 2014

Mitgliederrundschreiben Nr. 7/03.07.2014

1. Änderung der Weinverordnung
2. MHD für aromatisierte weinhaltige Getränke ?
3. Laborvergleichsuntersuchung
4. Wein/Sekt-Export nach China
- Stand der Angelegenheit
5. Einfuhrstatistik Januar bis März 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu 1. Änderung der Weinverordnung

Im Bundesgesetzblatt wurden am 26. Juni 2014 die letzten Änderungen weinrechtlicher
Vorschriften veröffentlicht. Folgende Punkte sind hervorzuheben:

§ 19 Weinverordnung

Die Vorschrift hat nun folgende Fassung:
„Qualitätswein, Prädikatswein, Sekt b.A., Qualitätsperlwein b.A. oder Qualitätslikörwein b.A.
darf … in einem anderen Gebiet hergestellt werden, als dem bestimmten Anbaugebiet, in dem
die Trauben geerntet worden ist und das in der Kennzeichnung angegeben wird, sofern das
Gebiet der Herstellung in demselben Land oder einem benachbarten Land liegt.“

Die alte Fassung des § 19 wurde insoweit erweitert, als die Herstellung nun nicht mehr an ein
benachbartes bestimmtes Anbaugebiet gebunden ist, - ein benachbartes Gebiet ist ausreichend.

§ 38 Weinverordnung
- Angabe zum Betrieb und Abfüllung

In § 38 wurde neu ein Absatz 1a eingefügt. Dieser regelt, dass bei aromatisierten weinhaltigen
Getränken, aromatisierten weinhaltigen Cocktails und aromatisiertem Wein u.a. der Begriff
„Winzer“ nur verwendet werden darf, wenn die vorgenannten Getränke aus Trauben gewonnen
wurden, die von der Rebfläche des gekennzeichneten Betriebes stammen und die Herstellung
des aromatisierten Getränkes in dem gekennzeichneten Betrieb erfolgt ist.

Im Kern betrifft dies insbesondere den Winzerglühwein, der zukünftig an diese Vorgaben
gebunden ist. Eine Ausnahme gibt es für weinhaltige Getränke (insbesondere Winzerschorle),
soweit der Begriff (z.B. Winzer) Bestandteil einer am 27. Juni 2014 geschützten Marke ist.

Diese Liberalisierung sei nur für weinhaltige Getränke geregelt, da nach einer Recherche des
Ministeriums entsprechende Wortkombinationen für den Glühwein markenrechtlich nicht
geschützt seien (wir haben das Ministerium schriftlich im Vorfeld auf das Gegenteil hingewiesen !).
Wegen der Übergangsregelungen siehe unten.

§ 54 Weinverordnung
- Übergangsvorschrift

Hier wurde speziell für die Regelungen Winzerglühwein“, „Winzerschorle“ in einer Ergänzung der Übergangsvorschrift geregelt, dass die einschränkende Verwendung erst ab dem 01. Januar 2015 anzuwenden sei; bis zu diesem Zeitpunkt abgefüllte Erzeugnisse und Getränke dürfen noch bis zum Aufbrauch der Bestände in den Verkehr gebracht werden. Für die kommende Glühweinsaison greifen die vorgenannten Einschränkungen damit noch nicht.

zu 2. MHD für aromatisierte weinhaltige Getränke ?

An die Geschäftsstelle wurde mehrfach die Frage herangetragen, ob zukünftig aromatisierte
weinhaltige Getränke der Verordnung 251/2014 ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)
tragen müssen.

Der mit Mitgliederrundschreiben Nr. 6 vom 11.06.2014 verteilte Fragenkatalog zur
Lebensmittelinformationsverordnung des rheinland-pfälzischen Weinbauministeriums stellt
hier unter Ziffer 15 fest,
„aromatisierte weinhaltige Getränke und aromatisierte weinhaltige Cocktails
in Sinne der Verordnung (EU) 251/2014 unterfallen dem KN-Code 2206 00
und sind deshalb von der Angabe des MHD befreit.“

Auch wenn man die Auffassung vertritt, dass einige der Getränke der Verordnung 251/2014
tatsächlich der KN-Code Nr. 2205 unterfallen, lässt sich aus Anhang X der Lebensmittel-
informationsverordnung eine Ausnahme herleiten. Dort steht nämlich:
„Die Angabe des Mindeshaltbarkeitsdatums ist … nicht erforderlich bei:
Wein, Likörwein, Schaumwein, aromatisiertem Wein und ähnlichen Erzeugnissen
aus anderen Früchten als Weintrauben sowie aus Weintrauben oder Traubenmost
gewonnenen Getränken des KN-Codes 2206 00.“

Wir verstehen diese Ausnahmeregelung so, dass der Betriff aromatisierter Wein nicht
technisch im Sinne der Verordnung 251/2014 die erste Kategorie der aromatisierten
weinhaltigen Getränke beschreibt, sondern umfassend das gesamte Spektrum der
Verordnung 251/2014. Wir sind deswegen mit dem Ministerium im Gespräch und hoffen,
Ihnen in der nächsten Woche hierzu abschließend und rechtsverbindlich Auskunft geben
zu können.

zu 3. Stand Laborvergleichsuntersuchung

Wie mit Mitgliederrundschreiben Nr. 13 vom 14.11.2013 berichtet, führt der Verband die
sensorische Laborvergleichsuntersuchung seit Anfang dieses Jahres fort. Am 01. Juli 2014
hat in Wiesbaden eine erste Besprechung über den Stand der Dinge der Untersuchung
stattgefunden, an der die einzelnen Labore und die Mitglieder des Arbeitskreises Wein
sowie Herr Prof. Dr. Rainer Jung (Forschungsanstalt Geisenheim) und Herr Benedikt Bleile
(DLG) teilgenommen haben.

Bislang wurden 7 Weine einer sensorischen Beprobung und Auswertung unterzogen.
Die Ergebnisse dieser Auswertung wurden vorgestellt und diskutiert.

Bei den Bewertungen gab es teilweise erhebliche Abweichungen. Die Spreizung bei der
Bewertung einzelner Weine lag beim zugrundgelegten 5 Punkte-DLG-Schema teilweise
über 3 Punkte.

Seitens der Labore und der Mitglieder besteht daher weiterhin großes Interesse, die
Untersuchung fortzuführen, um eine bessere Standardisierung herbeizuführen. In der
zweiten Jahreshälfte werden deshalb weitere Weine an die Labore versendet mit
modifizierten Verkostungsanforderungen. Anfang nächsten Jahres wird sodann die zweite
Auswertung der Ergebnisse vorgestellt werden. Außerdem werden die verschiedenen
Weine unter Laborbedingungen von den Mitgliedern der jeweiligen Prüfpanels gemeinsam
verkostet und offen diskutiert werden.

Über den Fortgang der Untersuchung halten wir Sie auf dem Laufenden.

zu 4. Wein/Sekt-Export nach China - Stand der Angelegenheit

Der Handelsstreit um Weinexporte nach China ist inzwischen beigelegt, die chinesischen
und europäischen Weinbauverbände CADA und Comité Vins haben sich auf der Basis eines
Memorandums of Understanding (MoU) gütlich geeinigt, die Antidumping und Anti-
subventionsverfahren wurden von der chinesischen Seite zurückgezogen.

Basis der Streitbeilegung ist die im Memorandum of Understanding beschriebene enge
Zusammenarbeit zwischen den beiden Branchenverbänden. Es geht hier um technische
Unterstützung und Know how Transfera Professionells der chinesischen
Weinwirtschaft in den Bereichen Weinbau, Technik der Weinbereitung, Qualitäts-
kontrolle, Marketing usw. Die Hilfe soll mittels Studienreisen und Trainings in Europa
stattfinden. Die Maßnahmen und Aktivitäten sind im Einzelnen im Memorandum of
Understanding beschrieben.

Anlässlich der letzten Sitzung des Comité Vins in der vergangenen Woche waren sowohl
chinesische Vertreter des Weinbauverbandes CADA, als auch aus dem chinesischem
Wirtschaftsministerium anwesend, um Einzelheiten zu besprechen.
Die verabredeten Maßnahmen werden bislang von dem französischen Verband,
Moet Hennessy, dem spanischen Verband, Pernod Ricard, dem italienischen Verband
und dem portugiesischen Verband anteilig getragen. Für die deutschen Verbände
- BWSI und VDS - habe ich erklärt, dass eine direkte finanzielle Beteiligung weder
über die Verbände noch über einzelne Unternehmen gegeben sein wird. Allerdings habe ich
in den Raum gestellt, dass eine Unterstützung chinesischer Praktikanten über einzelne
Mitgliedsfirmen denkbar sei. Solche Aktivitäten wären gemeinsam mit dem Weinexport-
verband und den Weinkellereien abzuklären.

Bei Interesse können Sie Einzelheiten zu dem Thema gerne über die Geschäftsstelle
abfragen.

zu 5. Einfuhrstatistik Januar bis März 2014

Anbei erhalten Sie die Einfuhrstatistik Januar bis März 2014 des Statistischen Bundesamtes
mit den Vergleichszahlen für den gleichen Zeitraum des Jahres 2013.

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