Mitgliederrundschreiben 2015

Mitgliederrundschreiben Nr. 15/19.08.2015

Aromaverschleppung

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern haben wir das Thema mit dem Weinreferat im Bundesministerium in Bonn diskutiert. Man war sich dort der Problematik durchaus bewusst, dass gilt insbesondere auch für die Schwierigkeiten, die das Schreiben des rheinland-pfälzischen Weinbauministeriums vom 27.07.2015 für die betroffenen Unternehmen aufwirft.

Von anderen Bundesländern wissen wir, dass sie diese rigorose Auffassung von Rheinland-Pfalz nicht teilen.

Die Problematik wird auf die Tagesordnung der kommenden Bund/Länderkonferenz am
29. September 2015 gesetzt werden. Wir erhalten hierfür eine Einladung.

Das Bundesministerium hat uns bestätigt, dass mit dem Schreiben von Rheinland-Pfalz in dieser Sache nicht das letzte Wort gesprochen worden sei. Das Bundesministerium hat den von uns vorgetragenen Argumenten nicht widersprochen. Wir haben u.a. zum Ausdruck gebracht,

1. dass das unerwünschte und unvermeidbare Verschleppen von Aromapartikeln nach einer ordnungsgemäßen Reinigung, u.E. rechtlich kein „(unerlaubtes) önologisches Verfahren“ darstellt.
2. dass, wenn die Aromapartikel nicht sensorisch/organoleptisch wahrnehmbar sind, dies auch nicht als unerlaubte Aromatisierung angesehen werden kann.
3. dass genau diese Auffassung in Österreich in § 3 Abs. 5 des österreichischen Weingesetzes seinen Ausdruck findet.
4. dass Pestizide, ja sogar Arsen, Blei im Rahmen geregelter Grenzwerte im Wein hinzunehmen sind, für lebensmittelrechtlich völlig unbedenkliche Aromapartikel aber etwas anderes gelten soll!
5. dass diese Diskussion sich auf Wein konzentriert, aromatisierte bierhaltige Getränke, bei denen die gleiche Abfüllproblematik zu Zuge kommt, aus der Diskussion völlig vorgelassen werden.

6. dass eine völlige Separierung der Anlagen, für die allermeisten Unternehmen wirtschaftlich nicht darstellbar ist, und auch wenn diese erfolgen würde, dies keine Lösung des Problems darstellt, denn auch so kann man eine mögliche Kontamination z.B. durch im Tankwagen angelieferte Ware nicht ausschließen.

Wir werden diese Argumente auch in der Bund/Länderkonferenz vortragen.
Wir halten Sie unterrichtet.