Mitgliederrundschreiben 2016

Gemeinsames Mitgliederrundschreiben Nr. 5/30.05.2016

Exogene Kohlensäure und Perlwein

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben darüber berichtet, dass ein Chemisches Untersuchungsamt einen italienischen Perlwein, der in Deutschland unter Zuhilfenahme technischer Kohlensäure abgefüllt wurde, beanstandet hat. Die chemische Analyse hatte ergeben, dass ein teilweiser Austausch von endogener und exogener Kohlensäure stattgefunden hat. Dies sei nicht zulässig, so das Chemische Untersuchungsamt, weil es im Bereich der Perlweine keine gesetzliche Regelung gebe, die einen solchen Austausch legalisiere. Die für den Schaumwein gefundene Lösung sei hier nicht anwendbar.

Wir haben vorgetragen, dass alleine schon Punkt 4 Annex 1 A der Verordnung 606/2009 exogene Kohlensäure im Rahmen önologischer Verfahren bei allen Weinen zulässt, und somit auch der Austausch hinzunehmen und legitim sei. Dies hat die Kommission nunmehr in einem Schreiben, das auch an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft versandt wurde, bestätigt. Dort heißt es:

“Regarding semi-sparkling wines, this specific aspect is not mentioned; nevertheless point 4 of Annex IA of Regulation 606/2009 authorises for wines in general (including for sparkling and semi-sparkling wines) the use of carbon dioxide, argon or nitrogen, either alone or combined, in order to create an inert atmosphere and to handle the product shielded from the air.

Consequently, as for sparkling wines, the use of carbon dioxide to create an inert atmosphere during the process of transfer by counter-pressure is authorised. Such use may lead to gaseous exchanges with the carbon-dioxide derived from the alcoholic fermentation as long as it does not increase the pressure of carbon dioxide in the semi-sparkling wine.”

Das Bundesministerium hat angekündigt, das Schreiben an die Länder und übrigen Verbände zu verteilen.