Mitgliederrundschreiben 2016

Gemeinsames Mitgliederrundschreiben Nr. 6/01.07.2016

1. Zutatenliste/Nährwertangabe
2. Neues zugelassenes önologisches Verfahren
3. Vegan/vegetarische Begriffsbestimmung
4. Brasilien und Allergenkennzeichnung
5. Traubentransporte
6. Geschäftsreisen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Zu 1.: Zutatenliste/Nährwertangabe

Eine Zutatenliste bzw. Nährwertangabe ist nach der Lebensmittelinformations-verordnung(LMIV) für Lebensmittel -mit der Ausnahme von Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2% vol.- auf dem Etikett obligatorisch. Nach Artikel 16, Absatz 4 der LMIV ist die Kommission gehalten zu überprüfen, inwieweit diese Ausnahme für unseren Bereich weiter gerechtfertigt ist. Wir sind bislang dafür eingetreten solche Angaben, wenn sie denn obligatorisch würden, dem Verbraucher offlabe!, also nicht auf dem Etikett, sondern vielmehr über andere Medien, zur Verfügung zu stellen.

Schon im vergangenen Jahr hat der Dachverband der europäischen Brauer für eine obligatorische Angabe der Zutaten und der Nährwertangabe für alle alkoholischen Getränke votiert. Nun macht sich auch die Spirituose für eine entsprechende verpflichtende Angabe auf dem Etikett stark. Unser Dachverband Comité Vins hat uns darüber informiert, dass Diageo angekündigt hat, ab 01.07. dieses Jahres ihren Whiskey Johnny Walker Red Label mit einer Nährwertangabe zu etikettieren! Das stärkt unsere Argumentationslinie nicht.

Zu 2.: Neues zugelassenes önologisches Verfahren

Gemäß Verordnung (EU) 2016/765 wird die Verwendung von Aktivatoren der malolaktischen Gärung als zugelassenes önologisches Verfahren in den Anhang I Ader VO (EG) 606/2009 aufgenommen.
Die Verordnung übersenden wir Ihnen gerne auf Anfrage.

Zu 3.: Vegan/vegetarische Begriffsbestimmung

Die 12. Verbraucherschutzministerkonferenz hat sich im Rahmen ihrer Sitzung vom 22.04.2016 auf Definitionen für vegane und vegetarische Lebensmittel geeinigt. Eine allgemeingültige Definition bestand bis dato nicht, zumal die Europäische Kommission bisher den in Art. 36 Abs. 3 b der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 vorgesehenen Durchführungsrechtsakt für die freiwillig bereitgestellten Informationen über Lebensmittel über die Eignung eines Lebensmittels für Vegetarier und Veganer noch nicht erlassen hat. Nach dem Beschluss der VSMK lauten die Definitionen wie folgt:

(1) Vegan sind Lebensmittel, die keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind und bei denen auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine
• Zutaten (einschließlich Zusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen und Enzyme) oder
• Verarbeitungshilfsstoffe oder
• Nicht-Lebensmittelzusatzstoffe, die auf dieselbe Weise und zu demselben Zweck wie Verarbeitungshilfsstoffe verwendet werden,
die tierischen Ursprungs sind, in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form zugesetzt oder verwendet worden sind.

(2) Vegetarisch sind Lebensmittel, welche die Anforderungen des Absatzes 1 erfüllen, bei deren Produktion jedoch abweichend davon 1. Milch, 2. Kolostrum, 3. Farmgeflügeleier, 4. Bienenhonig, 5. Bienenwachs, 6. Propolis oder 7. Wollfett/Lanolin aus von lebenden Schafen gewonnener Wolle, oder deren Bestandteile oder darauf gewonnene Erzeugnisse zugesetzt oder verwendet worden sein können.

(3) Einer Auslobung als vegan oder vegetarisch stehen unbeabsichtigte Einträge von Erzeugnissen, die nicht den jeweiligen Anforderungen des Absatzes 1 oder 2 entsprechen, nicht entgegen, wenn und soweit diese auf allen Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen trotz geeigneter Vorkehrungen bei Einhaltung der guten Herstellungspraxis technisch unvermeidbar sind.

(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten entsprechend, wenn für Lebensmittel Informationen verwendet werden, die aus Verbrauchersicht gleichbedeutend mit "vegan" oder "vegetarisch" sind.

Die Länder vereinbarten, dass die in der Sitzung gefundenen Definitionen von der
Lebensmittelüberwachung bei der Beurteilung der Kennzeichnung von Lebensmitteln
zukünftig zugrunde gelegt werden.

Quelle: Wettbewerbszentrale

Zu 4.:Brasilien und Allergenkennzeichnung

Brasilien hat zum 04.Juli 2016 die Bestimmungen zur Allergenkennzeichnung in Kraft gesetzt. Bezüglich der Anforderungen an die Kennzeichnung verweisen wir auf unser Rundschreiben vom 24.02.2016.

Zu 5.: Traubentransporte

Das rheinland-pfälzische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau erlaubt Transporte für Trauben, Getreide, Mais und Ölsaaten während der diesjährigen Erntezeit auch an Sonn- und Feiertagen. Für die Weinlese gilt die Ausnahmegenehmigung vom 14. August bis 13. November 2016.

Zu 6.: Geschäftsreisen

1. Weinmesse in Prag
Die International Wirre Show Prague (IWSP) hat uns angeschrieben und gebeten auf ein Messeevent am 12.10.2016 in Prag im Hotel Hilton hinzuweisen. Die IWSP ist Marktführer im Segment Fachmessen und Weinmarketing in der Tschechischen Republik. Die Messe verweist auf stetiges Wachstum im Konsum von Wein und Sekt, speziell mit deutscher Herkunft. Bei Interesse übersenden wir Ihnen gerne nähere Informationen.

2. Geschäftsreise USA
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft weist uns auf eine Geschäftsreise nach Kalifornien vom 7.-11. November 2016 hin. Reiseziel ist die konkrete Geschäftsanbahnung sowie der Erfahrungsaustausch und die Kontaktvertiefung mit lokalen Unternehmen, Experten und anderen Sachkundigen. Daher richtet sich die Reise an Unternehmensvertreter, die sich bereits gründlich über die bestehenden Marktchancen informiert haben und nun gezielt, qualifiziert und individuell mit potentiellen Geschäftspartnern zusammentreffen möchten. Falls Sie Interesse haben, übersenden wir Ihnen gerne das detaillierte Programm sowie die Teilnehmerkonditionen. Die Reise wird aus Mitteln des BMEL gefördert.