Mitgliederrundschreiben 2016

Mitgliederrundschreiben Nr. 3/14.07.2016

MOSH/MOAH

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Stand der Diskussion zum Thema „MOSH/MOAH“ (Mineralölbestandteile in
Lebensmitteln) haben wir Sie in unserer Mitgliederversammlung im Mai 2016 in Berlin
umfänglich informiert. Beschlossen wurde:

1. Eine Standortbestimmung im Hinblick auf eine mögliche „Belastung“ der von unseren Mitgliedsfirmen gehandelten Weine, Spezialweine etc. vorzunehmen.

2. Das Thema MOSH/MOAH unseren europäischen Kollegialverbänden, insbesondere unseren europäischen Dachverbänden - Comité Vins und Importers Group - zu unterbreiten und

3. das Thema MOSH/MOAH nicht zuletzt mit Hilfe des BLL, der sich schon seit Jahren intensiv mit dieser Problematik befasst, weiter zu verfolgen.

zu 1. Standortbestimmung
Inzwischen liegen uns die MOSH/MOAH-Ergebnisse von 49 untersuchten Weinen, Spezialweinen vor. Beauftragt wurden die Untersuchungen von 8 Mitgliedsunternehmen, die insbesondere an große deutsche Discounter liefern. Untersucht wurden Rotweine, Weißweine, aromatisierte weinhaltige Getränke sowohl europäischer Provenienz, als auch Drittlandserzeugnisse. Die im Wesentlichen in 0,75 l, aber auch bis 5 l abgefüllten Erzeugnisse waren in Glasflaschen und Tetrapak, BiB abgefüllt und mit Naturkork, Helicap, Longcap, Schraubverschluss, Sektkorken natur, MCA, Nomakork verschlossen. Die Untersuchungen wurden im Wesentlichen
von SGS, aber auch über die Labore Witowski, Heidger, durchgeführt.

In allen Fällen lautete das Untersuchungsergebnis: „Unter der Bestimmungsgrenze“.

Es wurde vereinbart, dass die Unternehmen die Untersuchungen im Rahmen ihrer kaufmännischen
Sorgfaltspflicht fortführen und die Ergebnisse dem Verband zur Verfügung stellen. Auf diesem Weg soll sichergestellt werden, dass der Verband Problembereiche identifizieren und auf diese sofort reagieren kann.

zu 2. Europäische Kollegialverbände
Wir haben das Thema MOSH/MOAH Einträge auf der ordentlichen Mitgliederversammlung
unseres Dachverbandes Comité Vins (www.ceev.eu) in Brüssel vorgetragen. Das Comité Vins,
ist der Dachverband der EU-Weinwirtschaft. Er vertritt 23 europäische Verbände, eine Gruppe
von führenden europäischen Weinunternehmen und 2 Beobachter aus Nicht-EU-Ländern. Die Mitgliederversammlung des Comité Vins hat beschlossen, das Thema weiter zu verfolgen und
seine Mitglieder über die Entwicklung in Deutschland, aber auch über potentielle Vermeidungs-, Minimierungsstrategien fortlaufend zu unterrichten.

zu 3. BLL
Wie auf unserer Mitgliederversammlung weiter beschlossen, ist der BWSI inzwischen
ordentliches Mitglied des BLL geworden und wir haben in dieser Eigenschaft an einem
Round-Table zum Thema „Minimierung von MOSH/MOAH in Lebensmitteln“ am
07.07.2016 in Berlin teilgenommen. Auf diesem Wege wollen wir im Verbund mit anderen
das Problemfeld aufarbeiten und Sie über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden
halten. Die im Rahmen dieses Round-Table verteilten umfangreichen Dokumentationen
übersenden wir Ihnen gesondert gerne auf Anfrage. Interessant ist, dass als wesentliche Eintragungsursache von MOSH/MOAH die Verpackungen der Produkte und insbesondere
der Rohstoffe diskutiert wurde. Verpackungsmaterialien wie Pappe aus Recyclematerial,
Jutesäcke, PP-Säcke sind im Wesentlichen ursächlich. Dies sind alles Stoffe, mit denen unsere Erzeugnisse in der Regel nicht in Berührung kommen. Edelstahltanks und Glas dagegen stellen
eine wirksame Migrationsbarriere in die Weine dar. Wegen der Verschlüsse sind wir mit den Verschlussherstellern im Gespräch. Einer der großen Naturkorklieferanten hat uns bereits
schriftlich bestätigt, dass Untersuchungen ergeben haben, dass seine Produkte als wirksame
Barriere anzusehen sind.

Wir halten Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden.